Mixed Feelings
Corona

Lockerungen und doch keine Normalität – Wie gehe ich damit um?

Die Corona bedingten Beschränkungen werden zunehmend in vielen Lebensbereichen gelockert. Die Freude und Erleichterung darüber ist groß. Und gleichzeitig müssen wir nüchtern feststellen, dass eine Rückkehr zum altvertrauten Familienalltag v. Cor. (vor Corona) noch nicht möglich ist.

Der Schulunterricht findet zunächst verkürzt und je nach Schule und Jahrgangsstufe nur an einzelnen Tagen oder wochenweise statt. Auch die Kitas nehmen die Betreuung der Kinder schrittweise auf. Für Geschwisterkinder entstehend dadurch ganz unterschiedliche Tagesabläufe. So geht z.B. »der Große« in die Schule / Kita, während die jüngere Schwester an diesem Tag oder generell noch zuhause bleibt. Die Arbeitswelt und Kinderbetreuung scheint ohnehin noch eine ganze Weile asynchron zu laufen.

In den vergangenen Wochen ist es uns mit viel Hirnschmalz, Kreativität und Mühe gelungen, neue Strukturen und Abläufe für den Familienalltag zu schaffen. Lockerungen ermöglichen uns nun nicht die Rückkehr zur Normalität, sondern sie verlangen von uns eine weitere Neuorganisation unseres Alltags. Gleichzeitig wissen wir, dass jede Veränderung und jede unserer Reaktion darauf nur für eine begrenzte Zeit sein wird. Da stellt sich zwangsweise Müdigkeit im Krisenmanagement ein.

Geht es dir auch so? Wünschst du dir auch eine Rückkehr zur vertrauten Normalität und eine Beständigkeit in der Alltagsgestaltung?

Was ist normal? Normalität beschreibt das, was wir nicht erklären, über das wir nicht entscheiden müssen … weil es für uns selbstverständlich ist. Wir tun die Dinge einfach so, weil wir sie nun mal so machen, weil wir sie immer so machen und weil es sich für uns so richtig anfühlt.
In einer Situation, die außergewöhnlich und ständigen Veränderungen unterworfen ist, werden wir kaum die Normalität finden oder schaffen können, die so selbstverständlich, so vertraut für uns ist. Was dann?

Die große altbekannte »Normalität« hat eine kleine Schwester … das »Naheliegende«. Anders als ihre große Schwester fällt sie keine Grundsatzentscheidungen, sondern handhabt die Dinge – je nach Situation – mal so, mal anders. Sie kümmert sich nicht um Idealvorstellungen, sondern tut das, was nötig ist und tatsächlich funktioniert. Sie sucht und findet kleine Lösungen ohne den Anspruch zu erheben, dass diese nun von Dauer sein müssen oder gar von anderen auch so gehandhabt werden.

Im Grunde genommen ist uns das »Naheliegende« allen sehr bekannt. Sie hilft uns individuell und flexibel auf verschiedene Situationen und Veränderungen zu reagieren. Und tut dies auch noch äußerst effizient. Ohne all die Grundsätze, Idealvorstellungen, Vergleichsmöglichkeiten und die Beständigkeit ihrer großen Schwester übersehen wir sie und ihre Bedeutung für uns jedoch oft.

Wenn »Normal« die Denkerin ist, dann ist das »Naheliegende« ganz Bauchgefühl. Sie kommt oft ohne lange Überlegungen oder gar Planungen aus. Sie macht einfach und schaut, ob es funktioniert. Heißt im Klartext: Wir behalten Bewährtes bei und verändern nur jene Dinge, welche in der aktuellen Situation nicht mehr funktionieren.

Probiere ihn aus, den Minimalismus im Krisenmanagement mit der kleinen Schwester von »Normal«! Oder vielleicht praktizierst du ihn bereits. Wie hilft dir das »Naheliegende« in der aktuellen Situation? Schreib es gerne in die Kommentare.

Deine

Socialitas

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